Energiewende – Ansteigender Strompreis verschärft die Debatte

Der Windkraft-Ausbau schreitet voran. (c) PALMEra / pixelio.de

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Um die deutsche Energiewende tobt ein ideologischer Kampf zwischen den Vertretern der grünen Energie und Vertretern des Wirtschaftsliberalismus. Als zentrales Argument für die Notwendigkeit einer Energiewende gilt dabei der so genannte Klimaschutz. Ein durchaus umstrittenes Thema, denn der Klimabegriff bezeichnet das mittlere Wettergeschehen über den Zeitraum mehrerer Dekaden. Der menschliche Einfluss darauf kann indessen nur vermutet nicht aber naturwissenschaftlich nachgewiesen werden. Einigkeit besteht allerdings darin, dass die primär genutzten fossilen Energiequellen endlich sind und die Umwelteinflüsse durch Unfälle bei deren Förderung oder Nutzung nicht ganz vermieden werden können. Dafür stehen beispielhaft Tschernobyl, Fukushima, Exxon Valdez und Deepwater Horizon. Alle Beteiligte sehen in der Energiewende deshalb langfristig auch Chancen.

Im Rahmen der Debatte um die Energiewende, ihre Mittel und das Tempo, haben dennoch alle Seiten gute Argumente auf ihrer Seite und es ist Aufgabe der Politik, respektive des Bundesumweltministers Peter Altmaier, zwischen den Fronten der Partikularinteressen einen gangbaren Weg zu finden und mit Straucheln und Stolpern auf diesem Pfad zu leben. So fordert der Bundesverband Erneuerbare Energie BEE das Ende der Subventionen für fossile Energien. Dem gegenüber fordert der unternehmernahe Wirtschaftsrat Deutschland eine Reform des Erneuerbare Energien-Gesetz EEG hinsichtlich der vorrangigen Einspeisung für Erneuerbare, der den Industriestandort Deutschland gefährde. Der E.ON-Manager Ingo Luge spricht nennt dies eine Frage der Effizienz.

EEG – Strompreise ziehen 2013 spürbar an

Tatsache ist, die Energiewende fordert einen gewaltigen Ausbau von Erneuerbaren Energiequellen, einen Ausbau der Netze und eine Weiterentwicklung von Speichersystemen. Das kostet Geld. Geld, das letztlich der Steuerzahler aufbringen wird. Entweder als Steuerzahler oder als Verbraucher, oder beides. Das Jahr 2013 wird eine erste große Teuerung für Stromkunden bereithalten. Auf Grundlage des EEG steigt die Ökostrom-Umlage ab 1. Januar 2013 von 3,59 Cent /Kilowattstunde auf 5,28 Cent.

EEG – Der Strompreis wird 2013 bundesweit anziehen. (c) Thorben Wengert / pixelio.de

Beim Stromriesen Vattenfall steigt der Preis um rund 13 Prozent. Das betrifft mehr als 2,3 Millionen Kunden in Berlin und Hamburg. Für einen privaten Haushalt mit einem Verbrauch von 2.200 Kilowattstunden macht das monatliche Mehrkosten von 6,45 Euro aus. Natürlich gehen Mieterverbände auf die Barrikaden und fordern, dass Mehrkosten nicht vollständig auf die Mieter abgewälzt werden.

Tatsache ist auch, das Kapital folgt dem Gesetz des ökonomischen Gewinns. Sollte Deutschland einen Alleingang machen, der der Industrie große Kosten abfordert, hat das Auswirkung auf den Wettbewerb der Standorte. Energieintensive Industrien werden dann als erste mit der Produktion das Land verlassen und allenfalls Headquarters am Standort belassen. Massenentlassungen kann aber nicht das Ziel der Energiewende sein.

Erneuerbare können Grundlastträger derzeit nicht ersetzen

Tatsache ist auch, wenn des Nachts der Wind ausbleibt liefern weder Solar- noch Windkraftanlagen Strom. Wind, Sonne und auch Biomasse sind noch weit davon entfernt, den ständigen Bedarf von rund 40 Gigawatt zu decken. Blackouts kann sich der Standort Deutschland nicht leisten. Der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner fordert daher zu Recht in einem Beitrag zum Wirtschaftsstandort Bremen/Niedersachsen, der sich weitgehend mit dem Stand der Energiewende auseinandersetzt neben der Umweltverträglichkeit von Energie auch deren Bezahlbarkeit und Verlässlichkeit.

Braunkohle ist ein günstiger Grundlastträger. (c) Marius Förster / pixelio.de

Nun sehen die Ausbaupläne der Bundesregierung für Wind- und Solarenergie eine installierte Leistung von 240 GW vor. Dem gegenüber liegt die durchschnittliche Netzleistung bei 60 GW. Im Auslastungsfall müssten drei Viertel der erneuerbar erzeugten Energie vom Netz gehen, zumal taugliche Speicherkapazitäten noch nicht entwickelt sind, und auf Grundlage der Vergütungsgarantie nach EEG dennoch bezahlt werden. Das könnte die kWh auf bis zu 48 Cent treiben. Dem gegenüber steht noch immer die grundlastfähige Braunkohle mit Kosten von rund 2 bis 3 Cent je kWh.

Die reine Wahrheit gibt es hier nicht. Aber wenn der Wirtschaftsstandort Deutschland auf dem grünen Weg nicht die europäische Kurve bekommt und den nationalen Alleingang beendet, dann werden die Nuklearstaaten als Standorte für Investoren eine Attraktivität bekommen, mit der wir nicht konkurrieren können.

 

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5 Antworten auf Energiewende – Ansteigender Strompreis verschärft die Debatte

  1. Andreas sagt:

    Egal was diese auch machen, im Moment und auch für die Zukunft sieht es einfach so aus, dass die Preise für uns als Privathaushalte immer weiter ansteigen. Stellt sich nur langsam die Frage, wie lange man diese Kosten überhaupt noch tragen kann.

  2. Clinton sagt:

    The Sun sends down sufficient vitality every single day to energy all of our lives for a
    number of years. As an electrician, he had never been
    taught how, but thought he might have a vague idea, and that the idea could be a
    money saver and was therefore worth a try. Many
    times, the details is meant as a redirection to take your mind off of
    the actual question which is becoming discussed.

  3. I was pretty fortunate to find Earth4Energy, a guidebook that shows you how to build your own power sources and generate electricity for your entire household.

    The most worrying matter of all was that the weak electrical power you can
    get from the kit. Solar electrical systems have advanced from
    giant roof panels to thin layers of film that are twice as conductive and work
    with less sunlight.

  4. Those who find themselves producing use of solar power, though,
    will never experience this dilemma. Also small 40-watt
    panels can charges close to $200 each.

  5. Sabine sagt:

    Energie wird zum Luxus und damit kehren wir zu früheren Zeiten zurück. Privathaushalte und insbesondere Durchschnittsverdiener und Niedriglohnempfänger können sich Strom bald nicht mehr leisten oder nur durch erhöhte Sparmaßnahmen finanzieren. Grundsätzlich täte es uns vielleicht gut, bewusster mit Energie umzugehen, aber wenn Strom so teuer wird, dass auch Stromsparen nicht dazu führt, dass die Rechnung bezahlbar wird, stimmt etwas nicht. Es kann doch nicht sein, dass Atomstrom die einzige Energieform ist, die man sich leisten könnte? Gibt es hierzu Gegenstimmen?

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